Stadtbibliothek Heidenheim

Heutzutage ist eine städtische Bibliothek alles, aber keine Bewahranstalt für Bücher. Sie ist vielmehr ein Ort mit ganz besonderen Innenräumen. Es beginnt mit der räumlichen Anordnung der verschiedenen Bereiche zueinander, sollen sich doch Menschen allen Alters und aus allen Gesellschaftsschichten ganz selbstverständlich begegnen.

Der Raum muss vorbereitet sein für vielfältige Aktivitäten und die Ausstattung mit „Gerät“ ob Kinderhöhle zum Spielen für Kleinkinder, Game Bereich für Heranwaschsende, bequeme Lesesofa für die Älteren oder der Recherche Computer, alles muss nachhaltig, selbsterklärend und einladend von statten gehen.

Mediensuche und Rückzug, Reinlesen, Reinsehen, sich drüber unterhalten, Zusammenkommen; von der Handbewegung ein Buch in der richtigen Höhe aus dem Regal zu nehmen, über die Suche nach einer Grafik in der Artothek, oder das gemeinsame Werken und Basteln von Kindern und Erwachsenen, in der Bibliothek übernachten oder sich in die Welt eines Buches träumen, das alles muss Bibliothek können. Eine Bibliothek ist die gute Stube einer guten Stadtgesellschaft.

Eine originäre Bau- und Gestaltungsaufgabe für Innenarchitekten.

So sah das auch die Stadt Heidenheim indem sie bereits in der Auslobung die Teilnahme am Wettbewerb für den Neubau ihrer Stadtbibliothek an die Bedingung genknüpft hat nur interdisziplinäre Teams aus Architekten, Stadtplanern und Innenarchitekten zuzulassen. Ziel war von Beginn an die Architektur mit der Innenarchitektur zu einem konsistenten Ensemble zu verweben; städtebauliche Großform und funktionalisierter Innenraum sollten eins sein und sollten folgerichtig gleichzeitig gedacht werden. In der Wettbewerbsphase waren die Innenarchitekten für die Einschreibung und Organisation des Raumprogramms in die Gebäudevolumen und den Entwurf von Einzelbereichen wie Kinderbibliothek, Café und Zeitschriftenbereich bis ins Detail verantwortlich.

Im Wettbewerbsverfahren wurde das Fachpreisgericht mit einem*r Innenarchitekt*in und Stellvertretung besetzt.