Wettbewerb Zentral- und Landesbibliothek Berlin

2. Platz, eingeladener Wettbewerb

Die Berlin-Sammlungen der Zentral- und Landesbibliothek befinden sich im historischen Gebäudekomplex an der Breiten Straße in Mitte – einem Ort, an dem Geschichte, Wissen und Stadtleben aufeinandertreffen. Unser Entwurf greift diese besondere Atmosphäre auf und übersetzt sie in eine zeitgemäße, wandelbare Raumgestaltung.
Ausgangspunkt ist die Idee des ständigen Werdens, wie sie Karl Scheffler einst für Berlin formulierte: „Berlin ist dazu verdammt, immerfort zu werden und niemals zu sein.“ Dieses Prinzip der Offenheit und Veränderung prägt den Entwurf. Die neu gestalteten Lesesäle sollen einladend, flexibel und inspirierend sein – Orte des Entdeckens, die sich an unterschiedliche Nutzungen anpassen lassen.
Ein wandelbares Möbelobjekt namens „Satellit“, das als Blickfang im Foyerbereich fungiert, leitet Besucherinnen und Besucher in das zweite Obergeschoss. Der Satellit schafft Orientierung und bietet Informationen über die Berlin-Sammlung, die durch einen Screen, Flyerhalter und weitere Add-ons präsentiert werden können. Im Lesesaal erwartet die Gäste ein Zusammenspiel aus offenen Regalen, multifunktionalen Stirnseiten, mobilen Elementen und sorgfältig platzierten Arbeitsplätzen, die einen Blick in die Stadt und den Hof ermöglichen.
Die Gestaltung setzt auf zeitlose Materialien und nachhaltige Konstruktionen: durchgefärbtes MDF, Linoleum oder Schichtstoffoberflächen sowie Farbakzente, die das bestehende Farbklima des Hauses aufnehmen. So entsteht eine Balance zwischen Bestand und Neuerung – zwischen Geschichte und Gegenwart.
Der Entwurf versteht sich als Einladung, die Bibliothek neu zu entdecken – als lebendigen, wandelbaren Ort für alle Berlinerinnen und Berliner.

Ort: Berlin
Jahr: 2025